Interimstrainer
Auch: Übergangstrainer · Interimscoach
Ein Trainer, der eine Mannschaft vorübergehend betreut, bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist.
Ein Interimstrainer übernimmt eine Mannschaft nur für einen begrenzten Zeitraum, meist nach der Entlassung des bisherigen Cheftrainers. [3] Er soll den Betrieb kurzfristig stabilisieren und die Zeit überbrücken, bis der Verein einen neuen Cheftrainer verpflichtet hat.
Vorübergehende Verantwortung
Der Interimstrainer soll den Betrieb kurzfristig stabilisieren, ohne dass die Verantwortlichen des Vereins eine voreilige Entscheidung treffen müssen. [3] Für ihn bedeutet die Rolle, dass er eine begrenzte Anzahl Spiele leitet und dabei die Erwartungen an schnelle Ergebnisse tragen muss. Sein Auftrag ist meist klar begrenzt, nämlich Punkte holen, Ruhe hineinbringen und einen Rahmen für den kommenden Chef schaffen.
Woher er kommt
Häufig rückt für diese Rolle ein Co-Trainer oder der Trainer der zweiten Mannschaft vorübergehend nach oben. [3] Sie kennen den Verein und die Spieler und können sofort weiterarbeiten, ohne sich erst einarbeiten zu müssen. Ein prominentes Beispiel war Edin Terzić, der bei Borussia Dortmund rund zwei Wochen nach der Entlassung von Lucien Favre als Interimstrainer tätig war. [3] Auch bei Werder Bremen übernahm zeitweise ein Interimsduo aus zwei Co-Trainern, bevor Daniel Thioune als neuer Chefcoach kam. [3]
Wenige Umbrüche in kurzer Zeit
Weil ihm wenig Zeit bleibt, setzt ein Interimstrainer selten auf große taktische Umbrüche. [3] Stattdessen versucht er vor allem, Ruhe hineinzubringen und schnelle Erfolgserlebnisse zu schaffen. Zusätzliche Belastung entsteht dadurch, dass er meist parallel zu seiner alten Rolle weiterarbeitet, denn Co-Trainer und Nachwuchstrainer geben ihre Hauptaufgabe selten vollständig ab.
Vom Übergang zur festen Anstellung
Manchmal gelingt ihm ein solcher Neustart so gut, dass er dauerhaft im Amt bleibt und aus der Übergangslösung eine feste Anstellung wird. [3] Auch wenn dieser Fall die Ausnahme ist, gibt es genügend Beispiele, in denen ein erfolgreicher Interimstrainer den Job schließlich dauerhaft übernahm. Ein Interims-Auftrag ist damit für viele junge Trainer eine reizvolle Chance, sich auf höchster Ebene zu zeigen.
Aktuelle Bundesliga-Beispiele
Auch in der Bundesliga sind Interimslösungen längst Alltag. [1] In der Saison 2025 und 2026 gab es allein bis Ende März neun Trainerwechsel, darunter mehrere Interims-Betreuungen, etwa Daniel Bauer beim VfL Wolfsburg oder René Wagner beim 1. FC Köln. [1] Solche Übergaben zeigen, wie schnell Vereine reagieren, wenn Ergebnisse ausbleiben, und wie sehr sie auf Notlösungen aus dem eigenen Trainerstab angewiesen sind.
Historische Rolle
Historisch war das Interims-Amt oft ein zwei- bis dreiwöchiger Übergang, ehe der neue Trainer präsentiert wurde. [4] Übersichten wie die Trainerwechsel-Statistik von Transfermarkt zeigen, dass in vielen Ligen mehrere Interims pro Saison zusammenkommen und einige Teams gleich mehrfach auf solche Lösungen zurückgreifen mussten. [4] Damit gehört das Modell zum festen Bestandteil des modernen Ligabetriebs.
Ein Amt mit Verantwortung
Der Begriff macht deutlich, dass Trainerposten im Profifußball oft wechseln und Vereine schnelle Zwischenlösungen brauchen. [2] Ein Interimstrainer trägt in einer unruhigen Phase besondere Verantwortung, weil er die Mannschaft durch eine Situation führen muss, in der Ergebnisse und Ruhe gleichermaßen zählen. Ob er anschließend dauerhaft übernimmt oder wieder in seine ursprüngliche Rolle tritt, entscheidet meist nicht nur seine Bilanz, sondern auch die Strategie des Vereins.
Auf einen Blick
Verwandte Begriffe
Quellen
- Trainerwechsel der Bundesliga-Saison 2025/26 Bundesliga
- Fußball-Cheftrainer (Verantwortung und Rolle) Sportlexikon
- Bundesliga: Saisons mit den meisten Trainer-Entlassungen 90min
- Bundesliga-Trainerwechsel Statistik Transfermarkt
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