Regeln

Grüne Karte

Auch: Fairplay-Karte · Green Card

Eine Karte, mit der in einzelnen Wettbewerben ausdrücklich faires oder vorbildliches Verhalten hervorgehoben wird.

Die Grüne Karte kehrt die übliche Logik der Karten um, denn sie bestraft nicht, sondern lobt. [1] Sie wird eingesetzt, um besonders faires oder vorbildliches Verhalten auf dem Platz sichtbar zu belohnen.

Eine Auszeichnung statt einer Strafe

Während Gelb und Rot Fehlverhalten ahnden, ist die Grüne Karte eine Auszeichnung. [1] Der Schiedsrichter oder die zuständige Stelle würdigt damit ein Verhalten, das über das normale Maß hinausgeht. Serie-B-Präsident Andrea Abodi brachte den Gedanken auf den Punkt, man wolle nicht normales, sondern beispielhaftes Verhalten belohnen. [2] Ihr Wert ist vor allem symbolisch, sie soll ein Signal für den Fußball setzen.

Wofür es die Grüne Karte gibt

Belohnt werden Gesten echter Fairness. [1] Dazu zählt, wenn ein Spieler zugibt, dass ein Pfiff zu seinen Gunsten unberechtigt war, wenn er den Ball trotz guter Angriffschance ins Aus spielt, weil ein Gegner verletzt am Boden liegt, oder wenn er dem Schiedsrichter hilft, eine falsche Entscheidung zu korrigieren, obwohl ihm das selbst zum Nachteil gereicht. [2] Solche Aktionen widersprechen dem kurzfristigen Eigennutz und sollen gerade deshalb sichtbar gemacht werden.

Der italienische Vorreiter

Bekannt wurde die Grüne Karte vor allem durch die italienische Serie B, die sie zum 15. Januar 2016 neben Gelb und Rot einführte. [1] Die erste Anwendung war für das Spiel zwischen Spezia Calcio und AS Bari vorgesehen. [2] Damit war die Liga weltweit einer der ersten Profiwettbewerbe, der faires Verhalten mit einer eigenen Karte würdigte.

Auch für Trainer und Fans

Die Grüne Karte konnte in Italien nicht nur Spielern, sondern auch Trainern und sogar Fans gezeigt werden, die sich vorbildlich verhielten. [1] Am Saisonende sollte der Spieler mit den meisten Grünen Karten ausgezeichnet werden, sodass aus der rein symbolischen Geste ein echter Anreiz wurde. [1]

Pilotprojekte und der Streit um den Sinn

Auch in Deutschland wurde die Idee erprobt, etwa in einem Pilotprojekt des Niedersächsischen Fußballverbandes. [3] Ob die Grüne Karte wirklich sinnvoll ist, blieb dabei umstritten. Manche Schiedsrichter sehen in ihr ein schönes Mittel, um schon vor dem Spiel Aufmerksamkeit auf den gegenseitigen Respekt zu lenken. [3] Andere halten sie für überflüssig und argumentieren, echter Respekt müsse aus der Persönlichkeit und dem Miteinander erwachsen, nicht aus einem Kartensystem. [3]

Kein Teil des offiziellen Regelwerks

Im offiziellen Regelwerk der siebzehn Spielregeln kommt die Grüne Karte nicht vor. [1] Sie ist stets an einen bestimmten Wettbewerb und dessen Sonderbestimmungen gebunden und bleibt wegen ihres rein symbolischen Charakters wenig verbreitet. Ihr Einsatz hängt allein von der Initiative einzelner Verbände und Ligen ab.

Verwandte Ideen und der Grundgedanke

Die Grüne Karte steht nicht allein. In Portugal sorgte 2023 eine ähnliche Weiße Karte für Aufsehen, die ebenfalls faires Verhalten würdigen sollte und teils spöttisch, teils wohlwollend aufgenommen wurde. [4] So unterschiedlich die Farben, so gleich ist der Grundgedanke, nämlich dass die Fußballregeln nicht nur auf Strafe, sondern auch auf die Förderung von Sportgeist zielen können. Ob solche Belohnungskarten den Wettbewerb wirklich fairer machen, wird bis heute kontrovers diskutiert. [4]

Auf einen Blick

Bedeutung
Auszeichnung für Fairplay
verbreitet
einzelne Wettbewerbe
Regelwerk
kein offizieller Bestandteil

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Italien führt die Grüne Karte in der Serie B ein t-online
  2. Italien: Serie B führt Grüne Karte für Fairplay ein SPORT1
  3. Fairplay: Ist die Grüne Karte sinnvoll? fussball.de
  4. Neue Ethik-Karte im Fußball: Bienchen für Balltreter (zur verwandten Weißen Karte) taz

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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