Grätsche (Tackling)
Auch: Tackling · Rutschtackling · Slide Tackle · Blutgrätsche
Ein gleitendes Hineinrutschen, um dem Gegner den Ball abzunehmen, regelkonform nur, wenn zuerst der Ball gespielt wird.
- 1Abstand zum Ball verkürzen
- 2Timing abwarten
- 3Mit gestrecktem Bein zuerst den Ball spielen
Die Grätsche, auch Rutschtackling, ist eine Verteidigungstechnik, bei der sich der Spieler gleitend mit gestrecktem Bein am Boden nach dem Ball ausstreckt. [4] Er wirft sich also mit einem oder beiden Beinen nach vorne auf den Rasen, um dem Gegner den Ball abzunehmen.
Wozu sie dient
Ihr Zweck ist es, in letzter Not einen Ball zu erobern oder zu klären, an den der Verteidiger im Stehen nicht mehr herankommt. [4] Sie kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn dem Gegner wenig Raum bleibt und keine andere Möglichkeit besteht, an den Ball zu kommen. Gerade im eigenen Strafraum ist die Grätsche oft die einzige Chance, eine torgefährliche Situation noch zu verhindern. [4]
Regelkonform nur mit dem Ball zuerst
Regelkonform ist die Grätsche nur, wenn der Verteidiger zuerst und sauber den Ball spielt und die Bewegung kontrolliert ausführt, ohne eine Verletzung des Gegners in Kauf zu nehmen. [1] Trifft er dagegen den Ball, ohne den Gegner rücksichtslos oder mit übermäßiger Härte zu treffen, gilt die Aktion als faires Mittel der Balleroberung. Der Ballkontakt zuerst ist damit die entscheidende Bedingung.
Wann es ein Foul ist
Trifft der Verteidiger stattdessen zuerst den Gegner, ist es ein Foul. Wird das Tackling fahrlässig, rücksichtslos oder übermäßig hart begangen, gibt es einen direkten Freistoß und je nach Schwere eine Gelbe Karte. [1] Im Strafraum wird daraus ein Strafstoß, und ein brutales oder besonders hartes Einsteigen führt zum Platzverweis mit Rot. [1]
Die Blutgrätsche
Eine besonders harte und gefährliche Grätsche wird umgangssprachlich Blutgrätsche genannt und gilt als grobes Foulspiel. Dabei tritt der Spieler den Gegner mit voller Absicht, ohne überhaupt eine Chance zu haben, den Ball zu treffen. [1] Ein solches Vergehen zieht in aller Regel die Rote Karte nach sich, weil es die Gesundheit des Gegenspielers ernsthaft gefährdet. [2]
Der Blick des Schiedsrichters
Für den Schiedsrichter kommt es vor allem auf die Reihenfolge an, ob zuerst der Ball oder der Gegner getroffen wurde. [2] Daneben bewertet er das Verletzungspotenzial und die Art des Einsteigens, denn ein Tackling von hinten oder mit beiden Beinen ist deutlich gefährlicher als ein sauberes seitliches Spielen des Balls. [2] Jede Aktion, die den Gegner verletzt oder verletzen könnte, muss als grobes Foulspiel geahndet werden.
Timing entscheidet
Über Erfolg oder Misserfolg entscheidet vor allem das Timing. Erfolgt die Grätsche nur einen Bruchteil einer Sekunde zu früh oder zu spät, läuft der Verteidiger ins Leere, und der Stürmer hat freie Bahn. [3] Deshalb muss der Verteidiger den Abstand genau abschätzen und im richtigen Moment losrutschen, damit sein gestrecktes Bein den Ball erwischt und nicht den Gegner.
Letztes Mittel der Defensivkunst
Wegen des hohen Risikos gilt die Grätsche als letztes Mittel, denn ein Verteidiger, der am Boden liegt, ist für einen Moment aus dem Spiel und kann bei einem Fehlschlag nicht mehr eingreifen. [3] Gut getimt und sauber ausgeführt, ist sie jedoch ein wirkungsvolles und mitreißendes Element der Defensivkunst, das Kampfgeist und Einsatz zeigt. [4] Sie verlangt Mut, Timing und ein genaues Gespür für den richtigen Moment.
Auf einen Blick
Verwandte Begriffe
Quellen
- Das Tackling im Fußball: Vorschriften und Konsequenzen Bundesliga.com
- Grätschen: Schiedsrichter-Lehrarbeit fussballregeln.info
- Tacklings richtig setzen: Übungen für die Trainingseinheit Fussballtraining.de
- Gretscher / Grätsche im Fußball einfach erklärt bolzplatz.at
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