Flutlicht
Auch: Flutlichtanlage · Floodlight · Platzbeleuchtung
Die starke künstliche Beleuchtung einer Sportanlage, die Spiele und Training bei Dunkelheit ermöglicht.
Das Flutlicht macht den Fußball unabhängig vom Tageslicht und erlaubt Spiele und Training in den dunklen Abendstunden. [1] Gerade im Winterhalbjahr ist das für Vereine unverzichtbar.
Wie eine Flutlichtanlage aufgebaut ist
Große Scheinwerfer auf Masten oder am Stadiondach werfen ihr Licht gleichmäßig über das Feld, sodass Spieler, Ball und Linien klar erkennbar bleiben. [1] Die Beleuchtung ist so ausgerichtet, dass sie den Rasen möglichst homogen ausleuchtet und keine Schatten wirft. Um das zu erreichen, werden im Planungsprozess in einem Raster von wenigen Metern Messpunkte festgelegt, an denen die Helligkeit später überprüft wird. [1]
Lux und Beleuchtungsklassen
Die DIN EN 12193 gliedert die Sportstättenbeleuchtung in drei Klassen, vom Freizeitsport bis zum internationalen Wettkampf. [1] Auf einer Trainingsanlage genügen etwa 75 Lux, im Ligabetrieb sind je nach Klasse 200 Lux und mehr üblich, im Profibereich fangen die Werte bei 500 Lux an und steigen für Übertragungen deutlich höher. [1] Für den Amateurverein reichen niedrige Klassen, für ein Profistadion ist eine ganz andere Größenordnung nötig.
Vorgaben für die Bundesliga
Für den Profibereich schreibt die DFL genaue Werte vor. [2] In der ersten Bundesliga braucht ein Neubau mindestens 1.250 Lux vertikal und 1.500 Lux horizontal, in der zweiten Liga sind es 1.000 vertikal und 1.400 horizontal. [2] Bei internationalen Spielen im Rahmen der UEFA sind zusätzliche Vorgaben zu erfüllen, die den Bedürfnissen der Fernsehkameras Rechnung tragen. [2]
LED als moderner Standard
Moderne Anlagen setzen zunehmend auf sparsame und sofort helle LED-Technik, die sich zudem für Lichtinszenierungen vor dem Anpfiff nutzen lässt. [3] Als erster deutscher Bundesligist stellte der VfL Wolfsburg im Winter 2016 und 2017 die Volkswagen Arena auf eine vernetzte LED-Flutlichtanlage um. [3] Der Vorteil liegt in geringerem Stromverbrauch, längeren Lebensdauern und der Möglichkeit, das Licht sekundenschnell auf Effektmodi umzuschalten.
Blendfreiheit und Nachbarschaft
Neben den Anforderungen ans Spielfeld muss eine Flutlichtanlage auch nach außen Rücksicht nehmen. [4] Die sogenannte Lichtimmission, also das in benachbarte Wohngebäude fallende Licht, unterliegt in Deutschland strengen Vorgaben. [4] Bei der Auswahl der Leuchten wird daher darauf geachtet, dass ein hoher Anteil des Lichts nach unten gerichtet ist, um Blendungen und Streulicht zu vermeiden.
Historische Wurzeln
Historisch waren Flutlichtspiele lange etwas Besonderes und schufen die dichte Abendatmosphäre, die viele große Europapokalabende prägt. [3] Die erste fernsehtaugliche Flutlichtanlage in Deutschland ging 1967 im Bökelbergstadion in Mönchengladbach in Betrieb. [3] Bis heute steht das Flutlicht sinnbildlich für große Fußballabende unter dem Sternenhimmel eines vollen Stadions.
Auch für kleine Vereine wichtig
Auch kleinere Vereine profitieren erheblich von einer Flutlichtanlage. [1] Sie verlängert die nutzbare Trainingszeit über den ganzen Winter hinweg und macht Abendspiele überhaupt erst möglich. Für Anlagen in Vereinsgrößen sind einfachere Systeme mit weniger Masten und geringeren Lux-Werten meist ausreichend, doch gerade LED-Umrüstungen sind auch für Amateurvereine eine sichtbare Verbesserung.
Auf einen Blick
Verwandte Begriffe
Quellen
- Beleuchtungsklassen für Sportanlagen nach DIN-Norm Stadionwelt
- DFL-Flutlicht-Anforderungen für Stadien: Vorgaben im Überblick Ingenieurbüro Dr. Petry
- VfL Wolfsburg als erster Bundesliga-Verein mit LED-Flutlicht Signify (Philips Lighting)
- Planungsgrundlagen für das Flutlicht Stadionwelt
Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.