Organisation & Verbände

Financial Fairplay

Auch: Finanzielles Fairplay · Lizenzierung · FFP

Regeln zur finanziellen Kontrolle von Vereinen, die verhindern sollen, dass Klubs dauerhaft mehr ausgeben, als sie einnehmen.

Financial Fairplay bezeichnet ein Bündel von Regeln, mit denen die Verbände die finanzielle Gesundheit der Vereine überwachen und sichern wollen. [1] Der Grundgedanke ist, dass ein Verein auf Dauer nicht deutlich mehr ausgeben soll, als er selbst erwirtschaftet. Es ist ein wichtiges Instrument, um den Profifußball vor finanzieller Überforderung zu schützen.

Der Grundgedanke

Die UEFA führte solche Regeln ein, weil sie den finanziellen Zusammenbruch des europäischen Profifußballs fürchtete, den immer neue Schuldenberge auslösen könnten. [1] Verhindert werden soll, dass einzelne Klubs allein durch das Geld reicher Eigentümer sportliche Vorteile erkaufen und dabei ihre wirtschaftliche Stabilität aufs Spiel setzen. [1] Ausgaben und Einnahmen eines Vereins sollen deshalb in einem vernünftigen Verhältnis stehen. [1] So verbindet Financial Fairplay sportlichen Wettbewerb mit wirtschaftlicher Vernunft. [2]

Die Break-even-Regel

Das ursprüngliche System wurde 2010 beschlossen und ab der Saison 2014/15 angewendet, sein Herzstück war die Break-even-Regel. [1] Sie schrieb vor, dass ein Klub über einen Überwachungszeitraum von drei Jahren nicht wesentlich mehr ausgeben durfte, als er einnahm, und begrenzte zugleich die Anhäufung von Schulden. [1] In der Praxis wurde diese Regel jedoch vielfach als zu lasch und ineffektiv kritisiert. [1] Deshalb überarbeitete die UEFA ihr Regelwerk grundlegend. [1]

Die Kaderkostenregel

Seit 2022 ersetzt ein neues Reglement zur finanziellen Nachhaltigkeit das alte FFP, das auf drei Säulen ruht, nämlich Solvenz, Stabilität und Kostenkontrolle. [2] Größte Neuerung ist die Kaderkostenregel, die Ausgaben für Spielergehälter, Transfers und Beraterhonorare auf siebzig Prozent der Klubeinnahmen begrenzt. [2] Diese Grenze wird schrittweise eingeführt, von neunzig Prozent über achtzig auf schließlich siebzig Prozent bis 2025/26. [2] So sollen die Personalkosten dauerhaft in einem gesunden Rahmen bleiben. [2]

Sanktionen

Vereine, die gegen die Regeln verstoßen, können mit einer Reihe von Strafen belegt werden. [3] Dazu zählen Geldstrafen, Transfersperren, Punktabzüge und im äußersten Fall der Ausschluss aus den Wettbewerben. [3] Die Sanktionen steigen dabei je nach Schwere und Häufigkeit der Verstöße an. [2] Besonders Punktabzüge greifen unmittelbar in den sportlichen Wettbewerb ein und treffen einen Klub härter als eine bloße Geldbuße. [3]

Der Fall Manchester City

Wie schwierig die Durchsetzung ist, zeigt der Fall Manchester City. [1] Die UEFA sperrte den Klub 2020 für zwei Jahre aus der Champions League, doch der Internationale Sportgerichtshof CAS hob die meisten Vorwürfe wieder auf, weil sie verjährt oder nicht ausreichend belegt waren. [1] Übrig blieb nur eine Strafe wegen mangelnder Mitwirkung an den Ermittlungen. [1] Zusätzlich läuft in England ein Verfahren wegen über hundert mutmaßlicher Verstöße gegen die Finanzregeln der Premier League. [3]

Auch national: die Lizenzierung

Auf nationaler Ebene erfüllt die Lizenzierung durch die DFL einen ähnlichen Zweck, denn nur wer bestimmte finanzielle Voraussetzungen nachweist, erhält die Spielberechtigung für die Profiligen. [4] Geprüft werden dabei vor allem die Liquidität und die Fähigkeit, den Verpflichtungen gegenüber Spielern und Partnern nachzukommen, um Insolvenzen während der Saison zu verhindern. [4] Im März 2026 beschloss die DFL zudem eine eigene Kaderkostenregel, die die Kosten wie bei der UEFA auf siebzig Prozent der Einnahmen begrenzt und bis 2028/29 schrittweise gilt. [4] Damit zieht der deutsche Profifußball auf nationaler Ebene nach. [4]

Kritik

Trotz seines Nutzens steht Financial Fairplay in der Kritik, weil es die bestehenden Kräfteverhältnisse eher festigt als aufbricht. [3] Da die Regeln an den Einnahmen ansetzen, dürfen ohnehin reiche Klubs mit hohen Werbe- und Fernseheinnahmen absolut betrachtet weit mehr ausgeben als kleinere Herausforderer. [3] Zudem wirken die Strafen ungleich, denn ein Punktabzug wie zuletzt bei Everton trifft einen kleinen Verein hart, während finanzstarke Klubs eine Geldbuße leicht verkraften. [3] So schützt die Regel nach Ansicht mancher vor allem die Etablierten. [3]

Auf einen Blick

Ziel
Ausgaben an Einnahmen binden
national
Lizenzierung durch die DFL
Sanktionen
Geldstrafen bis Ausschluss

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Wie steht es um das Financial Fairplay im europäischen Fußball? CMS Deutschland
  2. UEFA modifiziert Financial Fairplay: Das hat sich geändert Gazete Futbol
  3. What Financial Fair Play Actually Means and Why Clubs Keep Breaking It The Ball Business
  4. DFL-Mitgliederversammlung beschließt neue Kaderkostenregel Media Sportservice

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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