Effet
Auch: Drall · Anschnitt · Spin
Die Rotation, die einem Ball durch seitliches Anschneiden gegeben wird und ihn in eine gebogene Flugbahn zwingt.
- 1Ball seitlich statt mittig treffen
- 2Fuß um den Ball ziehen, Rotation erzeugen
- 3Ball dreht sich in die Kurve
Effet bezeichnet die Rotation, die ein Spieler dem Ball durch bewusstes Anschneiden verleiht und die dessen Flugbahn krümmt. [4] Statt geradeaus zu fliegen, zieht der angeschnittene Ball in einem Bogen zur Seite, wodurch er sich um Hindernisse herum ins Ziel zirkeln lässt.
Wie er entsteht
Effet entsteht durch den Ort des Kontakts. Trifft der Fuß den Ball nicht mittig, sondern seitlich, beginnt dieser sich um die eigene Achse zu drehen. [4] Je weiter der Fuß dabei schräg nach vorne ausschwingt, desto mehr Drall bekommt der Ball. Ausgeführt wird der Anschnitt meist mit der Innenseite und für die Gegenrichtung mit der Außenseite des Fußes. [4]
Der Magnus-Effekt
Warum ein rotierender Ball abbiegt, erklärt die Physik mit dem Magnus-Effekt. Die Drehung beschleunigt die Luft auf der einen Seite des Balls und bremst sie auf der anderen, sodass ein Druckunterschied entsteht. [1] Dieser Unterschied erzeugt eine Kraft senkrecht zur Flugrichtung, die den Ball zur Seite drückt und seine Bahn krümmt. [3] Dasselbe Prinzip nutzen auch Tischtennis oder Golf.
Je stärker die Rotation
Wie ausgeprägt die Kurve ausfällt, hängt vor allem von der Drehgeschwindigkeit ab. Je höher die Spin-Rate, also je schneller sich der Ball dreht, desto stärker wirkt der Magnus-Effekt und desto schärfer die Kurve. [1] Erreichen lässt sich das durch einen möglichst weiten, schräg-vorwärts geführten Schwung des Schussbeins. [4] Ein sehr starker Anschnitt geht allerdings zulasten der Schusshärte, weil ein Teil der Energie in die Rotation fließt.
Verschiedene Arten von Drall
Je nachdem, wo der Ball getroffen wird, entstehen verschiedene Effekte. Ein Seitwärtsdrall krümmt den Ball zur Seite, wie bei einem Eckball oder einer Flanke, ein Rückwärtsdrall verlängert die Flugweite, und ein Vorwärtsdrall lässt den Ball schneller nach unten fallen. [3] Auch die Höhe des Kontakts spielt also eine Rolle, denn ein leichter Unterschnitt hebt den Ball zusätzlich an.
Grundlage vieler Spezialtechniken
Effet ist die Grundlage vieler Spezialtechniken, etwa der Bananenflanke und des angeschnittenen Freistoßes. [4] Bei einem solchen Freistoß wird der Ball über oder um die Mauer gezirkelt und biegt hinter ihr plötzlich ab, sodass der Torwart getäuscht wird. Auf dieselbe Weise lassen sich Flanken um die Abwehr herum in den gefährlichen Raum drehen. [4]
Der berühmteste Effet-Schuss
Das wohl bekannteste Beispiel ist der Freistoß von Roberto Carlos im Jahr 1997 gegen Frankreich, den er aus rund 35 Metern schlug. [2] Der Ball flog zunächst weit an der Mauer vorbei zur Eckfahne und bog dann scharf ins Tor ein. Französische Physiker erklärten später, dass aus dem starken Drall bei genügend Schwung eine regelrecht spiralförmige Flugbahn entstand, die kaum vorherzusehen war. [2]
Ein faszinierendes physikalisches Element
Meister des Effet können den Ball so präzise krümmen, dass Torhüter seine Bahn kaum einschätzen können und machtlos sind. [2] Für das menschliche Auge ist eine derart gekrümmte Flugbahn nur schwer korrekt vorherzusagen, was den angeschnittenen Ball so gefährlich macht. Damit ist Effet eines der faszinierendsten physikalischen Elemente im Fußball, das Technik und Naturgesetze auf sehenswerte Weise verbindet. [3]
Auf einen Blick
Verwandte Begriffe
Quellen
- Der Magnus-Effekt: warum sich Fußbälle auf einer gekrümmten Bahn bewegen Lernort MINT
- Roberto Carlos 1997: Als Physiker ein Freistoßtor erklären mussten BASIC thinking
- Magische Flugbahnen: die Physik des Dralls Science in School (EIROforum)
- Schnitt-Schüsse DFB-Trainingsservice
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