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Gesundheit, Medizin & Prävention

Doping und Anti-Doping

Auch: Doping · Anti-Doping · unerlaubte Leistungssteigerung

Die verbotene Leistungssteigerung durch unerlaubte Mittel oder Methoden und die Regeln, die sie bekämpfen.

Doping bezeichnet den Einsatz verbotener Substanzen oder Methoden, um die sportliche Leistung unerlaubt zu steigern. Ein solches Vorgehen verstößt gegen die Regeln des fairen Wettkampfs, verschafft den Betreffenden einen unrechtmäßigen Vorteil und gefährdet zugleich die eigene Gesundheit. Ob ein Mittel als Doping gilt, entscheidet die weltweit gültige Verbotsliste, die von der Welt Anti Doping Agentur herausgegeben wird. Eine Substanz oder Methode landet auf dieser Liste, wenn sie mindestens zwei von drei Kriterien erfüllt: Sie kann die Leistung verbessern, sie stellt ein Gesundheitsrisiko dar, oder sie widerspricht dem Geist des Sports. Anti Doping meint das gesamte Regel- und Kontrollsystem, das solches Verhalten verhindern und ahnden soll. [1]

Verbotene Substanzen und Methoden

Die Verbotsliste umfasst zehn Klassen von Substanzen und drei Klassen von Methoden. Zu den bekanntesten Wirkstoffgruppen zählen die anabolen Steroide, die das Muskelwachstum anregen, sowie Peptidhormone und Wachstumsfaktoren wie das Blutbildungshormon Erythropoietin, kurz EPO. Stimulanzien wie Amphetamine oder Kokain steigern die Wachheit und sind vor allem im Wettkampf verboten. Diuretika, also entwässernde Mittel, werden teils zur Gewichtsreduktion, teils als Maskierungsmittel eingesetzt, um andere Substanzen zu verschleiern. Verboten sind außerdem bestimmte Methoden: die Manipulation des Blutes durch Transfusionen oder künstliche Sauerstoffanreicherung, das Verfälschen von Proben sowie das Gendoping, bei dem genetisches Material zur Leistungssteigerung übertragen wird. Manche Stoffe sind ganzjährig untersagt, andere nur im Wettkampf. [2]

Gesundheitliche Gefahren

Die medizinischen Risiken von Doping sind erheblich und teilweise nicht umkehrbar. Anabole Steroide können bei langfristiger Anwendung die Leber schädigen, das Risiko für Herzinfarkt und Krebs erhöhen und den Fettstoffwechsel stören. Bei Frauen kommt es zu einer Vermännlichung mit tieferer Stimme und verstärkter Körperbehaarung, bei Männern zu Hodenschrumpfung und Potenzproblemen. Hinzu treten psychische Folgen wie Reizbarkeit, gesteigerte Aggressivität und Abhängigkeit. EPO verdickt das Blut und kann zu Thrombosen bis hin zum tödlichen Gefäßverschluss führen. Stimulanzien können Herzrhythmusstörungen, Überhitzung und im Extremfall den Herztod auslösen. Dokumentierte Todesfälle durch Herzstillstand belegen, dass Doping kein harmloses Hilfsmittel ist, sondern das Leben unmittelbar bedrohen kann. [3]

Das Anti-Doping-System

An der Spitze des weltweiten Systems steht die Welt Anti Doping Agentur, die den Welt Anti Doping Code und die jährlich aktualisierte Verbotsliste erlässt. Der Code harmonisiert die Regeln über alle Sportarten und Länder hinweg, sodass für alle Athletinnen und Athleten dieselben Maßstäbe gelten. In Deutschland setzt die Nationale Anti Doping Agentur, kurz NADA, diese Vorgaben um. Sie organisiert Kontrollen, betreibt Aufklärung und verwaltet die Datenbanken. Nationale Verbände, internationale Fachverbände und staatliche Stellen arbeiten dabei zusammen. Dieses abgestimmte Zusammenspiel soll verhindern, dass sich Sportler durch einen Wechsel des Landes oder der Disziplin der Kontrolle entziehen können. [1]

Kontrollen und Meldepflichten

Kontrolliert wird sowohl im Wettkampf als auch im Training, und zwar ohne Vorankündigung. Bei einer Dopingkontrolle werden Urin- und Blutproben genommen und in akkreditierten Laboren auf verbotene Wirkstoffe untersucht. Athletinnen und Athleten des Testpools unterliegen Meldepflichten: Sie müssen ihren Aufenthaltsort angeben und täglich ein festes Zeitfenster von einer Stunde benennen, in dem sie sicher erreichbar sind. Diese Angaben, im Fachjargon Whereabouts genannt, werden über ein zentrales Onlinesystem verwaltet. Zusätzlich dient der biologische Athletenpass der langfristigen Überwachung: Er dokumentiert individuelle Blut- und Steuerwerte über die Zeit, sodass auffällige Schwankungen auch ohne direkten Substanznachweis erkannt werden können. [1]

Sanktionen und Sperren

Ein nachgewiesener Verstoß gegen die Anti Doping Regeln zieht empfindliche Sanktionen nach sich. Neben dem Verlust von Titeln, Medaillen und Preisgeldern droht vor allem eine Wettkampfsperre, die bei schweren oder wiederholten Verstößen mehrere Jahre umfassen und im Extremfall lebenslang gelten kann. Als Verstoß zählt nicht nur der positive Test, sondern auch das Verweigern einer Kontrolle, das Manipulieren von Proben oder das mehrfache Versäumen der Meldepflichten. Die Beweislast ist streng geregelt, und für einen Teil der Substanzen gilt das Prinzip der strikten Verantwortlichkeit: Der Sportler haftet grundsätzlich selbst für alles, was in seinem Körper gefunden wird. [1]

Doping im Fußball

Auch der Fußball unterliegt dem weltweiten Kontrollsystem. Die FIFA verantwortet die Tests bei ihren eigenen Wettbewerben und kann Spieler jederzeit aufbieten, wobei Blut- und Urinproben auf verbotene Stoffe und Methoden untersucht werden. In Deutschland führt die NADA seit der Saison 2015/2016 die Wettkampfkontrollen in der Bundesliga, der 2. Bundesliga, der 3. Liga, den Frauen- und Juniorenligen sowie im DFB Pokal durch, ergänzt durch weiterlaufende Trainingskontrollen. Fußball gilt als weniger dopinganfällig als reine Ausdauersportarten, da technische, taktische und koordinative Fähigkeiten stark ins Gewicht fallen. Dennoch gibt es keine Sonderbehandlung: Nationalspieler sind wie andere Spitzenathleten einzeln an das Kontrollsystem angebunden. [4]

Prävention, Supplemente und Fairplay

Neben Kontrolle und Strafe setzt das System stark auf Vorbeugung und Aufklärung. Jugendliche und Nachwuchskräfte sollen früh lernen, dass Leistung ohne unerlaubte Mittel der eigentliche Wert des Sports ist. Eine besondere Gefahr geht von Nahrungsergänzungsmitteln aus, die mit verbotenen Substanzen verunreinigt sein können, ohne dass dies auf der Verpackung steht. Weil das Prinzip der strikten Verantwortlichkeit gilt, kann schon ein solches Produkt zu einer Sperre führen, weshalb Fachleute zu großer Vorsicht und geprüften Präparaten raten. Letztlich schützt das Anti Doping System zwei Güter zugleich: die Gesundheit der Sportler und die Glaubwürdigkeit des fairen Wettkampfs, ohne die sportlicher Erfolg seinen Sinn verliert. [3]

Auf einen Blick

Doping
verbotene Leistungssteigerung
Kontrollen
im Wettkampf und im Training
Folge
lange Sperren

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Verbotsliste und Anti-Doping-System Nationale Anti Doping Agentur (NADA)
  2. Verbotene Substanzklassen und deren Wirkung Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)
  3. Folgen von Doping Gemeinsam gegen Doping
  4. Dopingkontrollen im Fußball FIFA

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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