Aufsetzer
Auch: aufspringender Ball · Bodenschuss
Ein Schuss, der kurz vor dem Tor auf dem Boden aufspringt und dadurch für den Torwart schwer berechenbar wird.
- 1Flach und hart schießen
- 2Ball vor den Torwart aufsetzen lassen
- 3Auf den veränderten Absprung setzen
Ein Aufsetzer ist ein Schuss, der vor dem Torwart einmal auf dem Boden aufspringt, bevor er das Tor erreicht. [1] Der Ball berührt also auf dem Weg zum Tor den Rasen und ändert dadurch seine Flugbahn, was diese Situation für den Torhüter besonders schwierig macht.
Warum er so tückisch ist
Das Aufspringen macht den Aufsetzer heimtückisch, denn der Ball verändert nach dem Aufprall Tempo und Höhe. [1] Für den Torwart ist das deshalb so schwer, weil er sich oft schon nach unten bewegt hat, um den Schuss abzuwehren, der Ball dann aber unerwartet höher Richtung Tor springt, als er angenommen hatte. [1] In diesem Moment ist eine Korrektur der eigenen Bewegung kaum noch möglich.
Der Boden macht ihn unberechenbar
Besonders auf nassem oder unebenem Boden wird der Aufsetzer unberechenbar. Nasser Rasen macht den Ball extrem schnell, weil er im Moment des Bodenkontakts oft zusätzlich beschleunigt. [4] Ein tiefer, weicher Boden dagegen kann den Ball abbremsen oder deutlich flacher abspringen lassen, als man es erwartet. [4] So weiß der Torhüter nie genau, wie sich der Ball nach dem Aufprall verhält.
Wie Angreifer ihn nutzen
Angreifer setzen den Aufsetzer bewusst ein und schießen platziert vor den Torwart, damit der Ball genau in dessen Nahbereich und Sichtlinie aufspringt. [1] Dabei muss der Schuss nicht besonders scharf sein, denn schon ein mittelharter, gut platzierter Aufsetzer bringt den Keeper in Bedrängnis. Gerade der unscheinbare Ball, der kurz vor der Linie noch einmal aufkommt, führt so zu vielen Gegentoren.
Die Faustregel für den Torwart
Für den Torhüter gilt die Faustregel, sich früh und tief hinter den Ball zu bringen, um einen abspringenden Ball noch sicher abzufangen. [3] Aus der Grundstellung heraus bringt er durch Seitwärtsschritte den Körper hinter den Ball, sodass dieser im Zweifel am Körper abprallt und nicht ins Tor rutscht. [3] Wer nur die Hände hinstreckt, ohne den Körper mitzunehmen, riskiert, dass ihm der Aufsetzer durchflutscht.
Die richtige Fangtechnik
Beim Aufnehmen flacher und aufsetzender Bälle formen die Hände und Unterarme eine Art Schaufel, wie eine Baggerschaufel mit zusammengeführten Ellenbogen. [2] Die Finger berühren den Ball zuerst und gehen ihm möglichst weit entgegen, um sein Tempo zu reduzieren, dann wird der Ball zur Brust gesaugt und gesichert. [3] Der Oberkörper wird dabei über den Ball gebracht, damit er am Boden sicher aufgenommen wird.
Abtauchen beim seitlichen Aufsetzer
Springt der Ball seitlich weg, muss der Torhüter abtauchen. Er entlastet das ballnahe Bein, führt die Hände vor dem Körper und lässt sich weich über die Hüfte auf den Boden fallen. [2] Die ballnahe Hand kommt hinter den Ball, die ferne Hand oben darauf, sodass der aufspringende Ball nicht zwischen den Händen hindurchrutschen kann. Diese weiche Falltechnik ist gerade bei Aufsetzern entscheidend.
Kein eigener Schusstyp
Der Aufsetzer ist damit kein eigener Schusstyp, sondern beschreibt die Flugbahn eines Balls mit Bodenkontakt vor dem Tor. [1] Er entsteht besonders häufig bei Distanzschüssen und harten flachen Bällen, die vor dem Keeper aufkommen. Weil er die Wahrnehmung und die Reaktion des Torhüters gleichermaßen fordert, zählt er zu den Situationen, die Torhüter im Training besonders üben müssen.
Auf einen Blick
Verwandte Begriffe
Quellen
- Fußballaktionen des Torwarts: der Aufsetzer Sportlexikon
- Teil 4: Grundtechniken der Torhüterinnen DFB-Akademie
- Das A und O beim Fangen torwart.de
- Bodenverhältnisse bei der Taktik berücksichtigen Fussballtraining.de
Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.