Ellenbogen-Strecksehnen
Die gemeinsame Ansatzzone der Unterarmstrecker am äußeren Ellenbogen: von hier aus strecken sie Handgelenk und Finger. Ihre Reizung ist als Tennisarm bekannt.
Was macht die Sehne?
Am äußeren Knochenvorsprung des Ellenbogens, dem Epicondylus lateralis, entspringen gebündelt die Sehnen der Unterarmstrecker. Diese Muskeln heben das Handgelenk und strecken die Finger. Jedes feste Zupacken braucht sie als Gegenspieler, denn nur ein stabilisiertes Handgelenk erlaubt einen kräftigen Griff.
Besonders stark beansprucht ist die Sehne eines Muskels namens Extensor carpi radialis brevis, der das Handgelenk streckt und speichenwärts führt. Beim Schlagen mit Schläger, beim Greifen und beim Halten von Gewicht mit gestrecktem Arm zieht immer wieder Zug an dieser kleinen Ansatzstelle.
Im Alltag
Der Tennisarm ist längst kein reines Tennisproblem. Häufiger entsteht die Reizung durch wiederholtes Greifen und Halten: Handwerk, Gartenarbeit, langes Arbeiten mit Maus und Tastatur. Typisch ist ein Schmerz außen am Ellenbogen, der beim festen Zugreifen oder beim Anheben einer vollen Tasse einschießt.
Wenn die Strecksehnen überlastet: der Tennisarm
Die Fachbezeichnung lautet Epicondylopathia humeri lateralis. Es handelt sich um eine Reizung am Sehnenansatz der Unterarmstrecker, ausgelöst durch immer wiederkehrende, gleichförmige Belastung. Wie bei anderen Sehnen liegt dem meist ein Umbauprozess im Gewebe zugrunde, keine klassische Entzündung. Entgegen dem Namen ist Tennis nur selten die Ursache, viel häufiger sind berufliche oder alltägliche Wiederholbewegungen. Die Beschwerden bessern sich oft über Monate, gezieltes Kräftigen der Strecker und das Meiden der auslösenden Belastung unterstützen den Verlauf.
- Druckschmerz am äußeren Ellenbogenknochen, der beim festen Zugreifen einschießt
- Schwäche im Griff, sodass Tasse oder Werkzeug schwerer zu halten sind
- Schmerzen, die trotz Belastungspause über Wochen nicht nachlassen, dann ist eine fachliche Abklärung ratsam
Diese Sportarten in Geesthacht fordern sie
So kräftigst du sie
Dehnung: Dehnung der Unterarmstrecker
- Den betroffenen Arm nach vorn ausstrecken, Handrücken zeigt nach oben.
- Die Hand locker nach unten hängen lassen, die Finger zeigen zum Boden.
- Mit der anderen Hand die hängende Hand sanft Richtung Körper ziehen, bis es außen am Unterarm zieht.
- 20 bis 30 Sekunden halten, ohne Schmerz, dann lösen. Zwei bis drei Durchgänge.
Überlastung vorbeugen
- Griffstärke und Schlagvolumen langsam steigern, statt nach langer Pause sofort intensiv zu spielen.
- Auf die Ausrüstung achten: ein zu kleiner Griff oder zu harte Bespannung erhöht den Zug am Sehnenansatz.
- Die Unterarmstrecker regelmäßig kräftigen und dehnen, damit der Ansatz Belastung wegsteckt.
- Bei viel Bildschirmarbeit Handgelenk und Griff zwischendurch bewusst lockern und Pausen einlegen.
Häufige Fragen
Muss ich Tennis spielen, um einen Tennisarm zu bekommen?
Nein. Die große Mehrheit der Betroffenen bekommt die Reizung durch andere wiederholte Greif- und Haltebewegungen, etwa bei Handwerk, Gartenarbeit oder langer Computerarbeit. Der Name beschreibt die typische Bewegung, nicht die häufigste Ursache.
Wie lange dauert ein Tennisarm?
Häufig bessern sich die Beschwerden über mehrere Wochen bis Monate, gerade wenn die auslösende Belastung reduziert und der Sehnenansatz gezielt gekräftigt wird. Bleibt der Schmerz trotz Anpassung hartnäckig, ist eine fachliche Abklärung sinnvoll, um andere Ursachen auszuschließen.
Soll ich den Arm bei einem Tennisarm komplett schonen?
Vollständige Ruhe ist selten der beste Weg. Die auslösende Spitzenbelastung sollte pausieren, dosiertes Kräftigen der Strecker gehört aber zur Behandlung. Wie viel gerade guttut, lässt sich gut mit einer Physiotherapiepraxis abstimmen.
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Quellen (3)
Diese Seite bietet Orientierung und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wende dich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Physiotherapiepraxis.