Gesäßmuskeln
Der größte und stärkste Muskel des Körpers samt seiner zwei kleinen Helfer: Hüftstrecker, Aufrichter und Becken-Stabilisator in einem.
Was macht der Muskel?
Der große Gesäßmuskel ist der kräftigste Einzelmuskel des Menschen. Er streckt die Hüfte, also genau die Bewegung beim Aufstehen, Treppensteigen, Sprinten und Springen. Seine kleineren Geschwister, der mittlere und kleine Gesäßmuskel, halten das Becken beim Gehen und Laufen waagerecht: bei jedem Einbeinstand verhindern sie das Absinken der Gegenseite.
Für fast jede sportliche Explosivbewegung ist das Gesäß der Hauptmotor: der Antritt zum Sprint, der Absprung zum Kopfball, der Ausfallschritt beim Fechten. Wer schneller und sprungkräftiger werden will, trainiert vor allem hier.
Im Alltag
Ironischerweise ist der stärkste Muskel des Körpers zugleich der meistvernachlässigte: beim Sitzen ist er komplett abgeschaltet. Ein schwaches Gesäß gibt seine Aufgaben an Lendenwirbelsäule und hintere Oberschenkel ab, was dort auf Dauer zu Überlastung führt.
Diese Sportarten in Geesthacht fordern ihn
So trainierst du ihn
Dehnung: Überschlag-Dehnung im Sitzen
- Auf einen Stuhl setzen, den rechten Knöchel auf das linke Knie legen.
- Mit geradem Rücken den Oberkörper leicht nach vorn neigen.
- Die Dehnung zieht tief im rechten Gesäß, das rechte Knie sinkt entspannt nach außen.
- 30 Sekunden halten, dann die Seite wechseln.
Überlastung vorbeugen
- Langes Sitzen regelmäßig unterbrechen, das Gesäß schaltet sonst regelrecht ab.
- Vor Sprint- und Sprungeinheiten die Hüfte aktivieren, zum Beispiel mit Brücken und Ausfallschritten.
- Einseitige Belastung vermeiden: beim Treppensteigen und bei Ausfallschritten beide Seiten gleich fordern.
Häufige Fragen
Warum ist ein starkes Gesäß so wichtig für den Rücken?
Weil Gesäß und unterer Rücken sich die Hüftstreckung teilen. Übernimmt das schwache Gesäß seinen Anteil nicht, muss die Lendenwirbelsäule bei jedem Heben und jedem Schritt mitarbeiten und wird chronisch überlastet. Viele Rückenprobleme beginnen deshalb eine Etage tiefer.
Wie aktiviere ich mein Gesäß nach acht Stunden Sitzen?
Mit einfachen Weckübungen vor dem Sport: Brücke in Rückenlage mit bewusstem Anspannen, Ausfallschritte auf der Stelle und Seitschritte gegen Widerstand. Zwei Minuten reichen, damit die Glutäen im Training wieder mitarbeiten statt zuzuschauen.
Welcher Muskel macht schnell im Sprint?
An erster Stelle das Gesäß, gefolgt von der hinteren Oberschenkelmuskulatur. Beide strecken die Hüfte, und Hüftstreckkraft unterscheidet schnelle von langsamen Sprintern deutlicher als jede andere Größe. Sprungübungen und Bergsprints, etwa am Geesthang, trainieren genau das.